Rezension zu >Wie wir waren< von Sinead Moriarty


Titel: Wie wir waren (Einzelband)

Autor: Sinead Moriarty

Verlag: Piper

528 Seiten

Form: Print (9,99€), Ebook (8,99€)

ISBN: 978-3-492-31096-3

Erschienen am: 1. Februar 2018

 

Vielen Dank an Piper für das Rezensionsexemplar!

 

Näheres zum Buch erfahrt ihr hier

 

 

Der Inhalt:

 

Alice und Ben sind das perfekte Paar, verbunden durch ihre Liebe, ihre Kinder. Bis Ben mit den Ärzten ohne Grenzen in ein Krisengebiet nach Afrika geht. Kurz darauf erhält Alice die schlimmste aller Nachrichten: Bens Team wurde überfallen, niemand habe überlebt. Plötzlich ist sie Witwe und alleinerziehende Mutter. Alice schwankt zwischen Trauer und Wut auf Ben. Dann lernt sie Dan kennen: gut aussehend, charmant und hilfsbereit. Schließlich gibt sie seinem Werben nach und sagt Ja. Doch am Vorabend der Hochzeit klingelt das Telefon. Es ist Ben. Er lebt, und er will sein altes Leben zurück ...

 

Meine Meinung:

 

Auf dieses Buch war ich sehr gespannt, weil ich die Thematik immer wieder gern lese und mich dann oft frage, was ich in einer solchen Situation tun würde. Auf der einen Seite sind die Gefühle für den Verstorbenen immer noch präsent – wie können sie das nicht sein, wenn derjenige aus dem Leben gerissen wurde und man sich nie wirklich verabschieden konnte. Und auf der anderen Seite möchte man sein Leben natürlich irgendwann fortsetzen, damit abschließen, neu anfangen.

 

Genau damit beschäftigt sich dieses Buch. Der gefühlvolle und sensible Schreibstil der Autorin macht es dem Leser leicht, trotz der schwierigen Thematik, immer wissen zu wollen, wie es mit den Charakteren weitergeht. Die Emotionen nehmen in diesem Roman viel Raum ein, was sich auf den Leser projiziert und ihn ganz automatisch mitfühlen lässt. Man erfährt unglaublich viel über die Familie und die einzelnen Charaktere, kann sich in jede Figur durch die Erzählperspektiven hineinversetzen und fühlt einfach mit. Dennoch hat mir hin und wieder etwas die Tiefe und Dynamik gefehlt, die bei einer Länge dieses Buches durchaus wünschenswert wären. Sie alle wirkten auf mich manchmal wie Statisten ohne wirkliche Entwicklung.

 

Der Plot an sich ist interessant und fesselnd. Dennoch waren einige Szenen für mich (besonders am Anfang) etwas zu langatmig und ich habe das Buch an der ein oder anderen Stelle aus der Hand gelegt, obwohl ich die ganze Zeit über wissen wollte, wie es weitergeht. Die Geschichte ist nicht etwa langweilig, sondern hin und wieder einfach zu ausführlich beschrieben, auch wenn gerade die Trauerphase zu Beginn natürlich viel Zeit einnehmen muss. Dennoch hätte ich mir ein paar Seiten weniger gewünscht, um die Spannung etwas kontinuierlicher voranzutreiben, denn das letzte Drittel war wirklich fesselnd und trieb mich immer weiter auf die Frage hin, für wen sich Alice am Ende nun entscheiden wird.

 

Fazit:

 

„Wie wir waren“ ist ein sehr emotionaler Roman, der sich mit Verlust, Trauer und dem Leben danach beschäftigt. Die Charaktere waren gut beschrieben, hin und wieder aber zu starr, der Schreibstil war wunderbar flüssig und gefühlvoll. An der ein oder anderen Stelle hätte es für mich etwas schneller gehen können, insgesamt ist dieses Buch aber wirklich lesenswert. Ich vergebe 4/5 Leseeulen und eine Kaufempfehlung für alle, die auf dramatische, gefühlvolle Geschichten stehen.